Retax-Orgie bei Betäubungsmittel-Rezepten: Durchgeknallte Krankenkassen und schlafende Gesundheitspolitiker?
Durch externe Firmen lassen jetzt gesetzliche Krankenkassen BTM-Rezepte auf "0 €" retaxieren, wenn auch nur eine minimale Formalie nicht genau stimmt.
Im Klartext: die Apotheke hat z.B. einem Krebskranken Schmerzpflaster geliefert, aber übersehen, daß die Telefonnummer des Arztes auf dem Rezept fehlte. Dem Patienten ist geholfen,
die Apotheke bleibt aber auf Ihren gesamten Kosten hängen und bekommt € 0,00 von der Krankenkasse. Eine Ergänzung des BTM-Rezept gestattet die Krankenkasse nicht. So sind jetzt rd. 17.960 Hauptapotheken mit der Formulierung von Einsprüchen wie diesem beschäftigt.
Nach Logik und Absicht des Arztes wird nicht gefragt. Nicht der Arzt wird zur Rechenschaft gezogen, sondern die Apotheke, die gesetzlich verpflichtet ist,
einem Schmerzpatienten sofort zu helfen. Das ist der sog. "Kontrahierungszwang" in Verbindung Strafandrohung bei "unterlassener Hilfeleistung". Gesundheitspolitiker kennen diese Fakten, unternehmen aber nichts.
Haben Sie irgendwelche Aktivitäten z.B. von unserem Mann in Berlin, Erwin Rüddel (CDU), ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuß wahrgenommen?!
Erleben Sie hier Erwin Rüddel (unser CDU-Gesundheitsexperte) beim Verlesen einer Rede zur Gesundheitspolitik. Zählen Sie bitte, wie oft der Begriff "Apotheke" vorkommt.
2010: Krankenhauskosten um satte €2,6 Mrd. gestiegen! Wenn dilettantische Gesundheitspolitiker auf die starke Lobby von Krankenhäusern und Ärzten treffen, spielen Milliarden offenbar keine Rolle.
Dieser absolute Kostenanstieg für Krankenhäuser ist mehr als die Hälfte der gesamten GKV-Apothekenhonorare.
FDP für Personalabbau in den Apotheken. Auf dem Deutschen Apothekertag 2010
traf die Aussage der gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion,
Ulrike Flach auf Kritik, wonach
es bei den Apotheken "Einsparpotentiale im Bereich des Personals" gebe.
Die Dorotheen-Apotheke hat deshalb am 21.10.2010 die Bundestagsabgeordnete Elke Hoff über ihre Webseite gefragt, ob Sie die Ansicht von Frau Ulrike Flach auf
dem Apothekertag 2010 teilt. Infolge unsere Aktion "Für eine bessere Gesundheitspolitik 0% FDP" erhielten wir am 3.3.2011 einen Anruf aus Berlin: Die email sei verloren gegangen ...
Am 10.3. gleiche Frage mit "normaler" email an die uns benannte Adresse "elke.hoff.ma03@bundestag.de". Zwei Wochen später rief wieder die Mitarbeiterin von Elke Hoff MdB an. Zu speziellen Fragen zur Gesundheitspolitik verlassen sich die Abgeordneten der FDP auf Ihre "Fachleute" wie die Frau Flach, die wir gerne kontaktieren könnten.
Halten wir also fest: alle anderen FDP-Abgeordneten sind mit der Materie der wichtigsten Reform der FDP, der Gesundheitsreform unzureichend vertraut. Sicherlich lesen sie keine Pressemitteilungen außerhalb ihres Fachgebiets, wie diese:
Karin Graf, Vizepräsidenten der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg widersprach in einer Pressemitteilung: „Wer jetzt einen Personalabbau in Apotheken fordert zeigt, dass er von der täglichen Arbeit in der Apotheke keine Ahnung
hat.“ Nicht zuletzt durch die vielen Rabattverträge, welche Krankenkassen mit der Pharma-Industrie abschließen und die festlegen, welches
Medikament ein Versicherter erhält, ist in den letzten Jahren ein erheblicher Mehraufwand in den Apotheken entstanden. „Wir müssen den Patienten erklären, warum sie häufig von einem Tag auf den anderen ein anderes Arzneimittel erhalten. Das kostet Zeit, ist aber für die
Therapietreue der Patienten enorm wichtig. Das derzeit hohe Niveau der Beratung in Apotheken lässt sich mit weniger Mitarbeitern schlicht nicht halten“.
FDP-Steuerpolitik bedeutet 7%MWSt. für Hotels, 7%MWSt. für Bier
7%MWSt. für Hundefutter, aber 19%MWSt. für Arzneimittel
Da lohnt sich der Blick auf die anderen europäischen Länder. Dann wundern sich nur noch ganz Dumme, warum verordnete Medikamente in Deutschland mehr kosten als im Ausland. Wo bleibt hier der europäische Gedanke? Deutschland wird nur von Dänemark mit 25% und Bulgarien mit 20% geschlagen. mehr ...
Professor Dr. Dr. K. Lauterbach und besonderere Aufträge
Wenn es um Ruhm und Geld geht, macht KWL seinem Spitznamen "Karlchen überall" alle Ehre. Kaum eine TV-Talkrunde zum Thema Gesundheit ohne den "Anführer der Laberindustrie" (stern.de). Trotz Beurlaubung seit 2005 wegen Bundestagsmandat kommt es auch danach noch zu weiteren Auftragsstudien für die assist Pharma GmbH,
ein Unternehmen der Kohl-Gruppe, größter deutscher Arzneimittelimporteur. Edwin Kohl weiß, wie wichtig die Beeinflussung von "Meinungsbildnern" und Politikern ist, z.B. in Brüssel bei der EU. mehr ...
Verantwortliche Pharmazie ohne Gewinn möglich ?! Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte im ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ: „Wenn man jetzt konsequent sparen würde bei den Apotheken und würde die überflüssigen Gewinne abziehen, dann ließe sich damit mindestens eine Milliarde Euro sparen."
Ganz bewußt verschweigt er, daß Apotheken keine Kapitalgesellschaften sind. mehr ...
Apothekenbetriebsordnung "schwarz-gelb": Stärkung der Filialapotheken, Schwächung der Landapotheke. Denksport: Wem nützt der Fortfall von Labor & Rezeptur? Nur den neuen Filial-/Kettenapotheken, natürlich nicht den bestehenden Apotheken.
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Wieviel Sachverstand hat Gesundheitpolitiker Rüddel (CDU) ?
Lesen Sie die Rheinzeitung vom 21.01.11 "Gesundheit ist für Rüddel wichtigstes Thema" und diesen Leserbrief, den die Rheinzeitung natürlich nicht veröffentlichte:
Rüddel: schlecht informiert "Wir leisten uns ein System mit 22.000 Apotheken ..." Diese falsche Zahl kann es allenfalls irgendwann vor 2001 (!) gegeben haben. Die korrekten Zahlen hier:
21.602 am Jahresende 2008, dann 2009 Rückgang auf 21.548 (-54 Apotheken), September 2010 nur noch 21.449 (-99 Apotheken). Seitdem sterben jede Woche 2 bis 3 Apotheken in Deutschland.
Das Apothekensterben bekommt das 70-Mann-Netzwerk von Herrn Rüddel wohl nicht mit.
Daß Generikapräparate immer den Wirkstoffnamen + Hersteller zeigen, ist eine Binsenweisheit.
Der Wirkstoff ist bei den Nachahmerprodukten gleich, aber nicht die weitere Rezeptur mit Hilfs- und Füllstoffen. Bei den Rabattverträgen ist die gesetzliche Krankenkasse nicht
der Anbieter. Das sind die einzelnen Generikahersteller. Die Rabattverträge sind ein Beispiel für mangelnde Transparenz im Gesundheitswesen, weil auch nach dem Zuschlag die vereinbarten
Preise Geheimsache bleiben. Ein Skandal, daß diese Einsparungen in Milliardenhöhe nicht veröffentlicht werden. Diese Rabattverträge findet also Herr Rüddel gut. Dann findet er wohl auch
die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen von 10,5 Mrd.€ gut. Denn da spart der Gesundheitsauschuß mit Herrn Rüddel nicht, obwohl allein durch mehr Effizienz in der Verwaltung
gesetzliche Krankenkassen jährlich 1,4 Milliarden Euro einsparen können, so die Studie des RWI Essen 6/2010. Wenn das Gesundheitspolitiker wie Herr Rüddel endlich mal anpacken würden,
hätten wir keine Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen.
Diplom-Kaufmann Georg H. Fischer
Schwarz-Gelb sorgt mit AMNOG für Kahlschlag bei Apotheken
DocCheck® titelt: Chance vertan, Zukunft ungewiß. Apotheken zahlen einen um über 200 Mio.€ erhöhten Zwangsrabatt von 2,05€/Packung (bisher 1,75€/Packung). Die jetzt tätige Schiedstelle hält dagegen €1,66 Zwangsrabatt für angemessen.
Zudem darf der PHAGRO sich mit über 200 Mio.€ bei den Apotheken schadlos halten. Und genau das macht der PHAGRO jetzt.
Die wenigen Konzerne, die den PHAGRO beherrschen, demonstrieren wieder einmal ihre Marktmacht gegenüber den personengeführten Apotheken, die nicht mit
monopolkapitalistischen Methoden vertraut sind. Weiterhin keine Transparenz bei den Rabattverträgen, dafür noch mehr Bürokratie durch Erschwernisse
bei AUT-IDEM. Die Höhe der Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen von 10,5 Mrd.€ war trotz
Empfehlung des RWIkein Thema. Die Pharmaindustrie darf die Wirksamkeit ihrer Medikamente mit eigenen Studien*) belegen.
Die GKV-Beiträge werden mit der Gesundheitsreform auf 15,5% erhöht, Krankenkassen können künftig höhere Zusatzbeiträge als bisher erheben.
Werbekampagnen der GKV waren kein Thema für das AMNOG. Die Stellungnahme der ABDA wurde im Gesundheitsausschuß (29.Sept.2010) in wesentlichen Punkten ignoriert, so auch der Hinweis, daß Rabattkürzungen bei Herstellern und dem PHAGRO (Pharma-Großhandel) zu Lasten der Apotheken "durchgereicht" werden.
*) Gleiche Logik: ein Fahrschüler darf sich seinen eigenen Führerschein ausstellen !
Und so haben unsere Bundestagsabgeordneten abgestimmt: Erwin Rüddel (CDU): zugestimmt,
Elke Hoff (FDP): zugestimmt,
Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD): nicht beteiligt (Mutterpause)
Apothekensterben ist längst Realität Per Saldo wurden von Januar bis September 2010 bereits 99 Apotheken geschlossen. Seit Ende 2010 sterben jede Woche 2-3 Apotheken. Durch die sinkenden Roherträge und Betriebsergebnisse geraten viele Apotheken aktuell in Existenznot. Laut DAV mußten im 1. Quartal 2011 bereits 52 Apotheken schließen. Das ist politisch durchaus gewollt. "Gesundheitsexperten" nehmen das Apothekensterben in Kauf urteilt das Institut für Handelsforschung Köln.
Die Bevölkerung wird das Apothekensterben erst dann interessieren, wenn "ihre" Apotheke dichtgemacht hat.
Auch der Westerwald bleibt nicht verschont: zum 1.4.2011 schloß aus wirtschaftlichen Gründen die Struwwelpeter-Apotheke in 56579 Rengsdorf. mehr ...
Interessante und aufschlussreiche Gespräche mit der FDP. Warum sollte die FDP ihren Bundesparteitag selbst bezahlen? Es gibt doch Konzerne und Verbände, die sich die Nähe zu den "Volksvertetern" was kosten lassen.
Die nackte Standmiete für einen Informationsstand mit 70m² kostete beim
FDP-Parteitag 2009 üppige €15.400,- Das war auch für die zur Haniel-Gruppe gehörende Celesio (Pharmagroßhandel GEHE, DocMorris) eine lohnende Sache.
Die FDP kam im Großaufgebot zu Celesio. mehr ...
Krankenkassen: Spitzengehälter und saftige Boni Man kann nicht so viel essen, wie man kotzen möchte. So gehen öffentlich finanzierte Krankenkassen mit Geld um. Gehälter über €200.000,- und Boni von €50.000,- sind kein Thema für Gesundheitspolitiker. mehr ...